DER HIRTE MANUEL

Weihnachtsstück in einem Akt nach einer Legende von Dieter Heuler (ca. 50 Min.)

In einem kleinen mexikanischen Dorf ist man sehr stolz auf die einst von einem lokalen Künstler handgeschnitzten, ein Meter hohen Krippenfiguren. Zur Weihnachtszeit besuchen viele Menschen aus dem In- und Ausland die Kirche, um die wunderschönen Figuren zu bewundern. Doch am Morgen des heiligen Tages, als Don Alonso, der Pfarrer, die Kirche betritt, bleibt ihm vor Schreck der Atem stocken. Nach der Mitternachtsmesse, während der noch alles in Ordnung war, muss jemand den heiligen drei Königen die wertvollen Kronen und Mäntel gestohlen haben. Aber der Schande noch nicht genug, der Dieb hat die Könige auch noch von der Krippe weg in die hinterste Reihe gerückt. Dagegen wurden die Hirten, die Leute aus dem Volke und die Schafe ganz nah zum Jesuskind an die Krippe gestellt.

Grosse Verwirrung herrscht auf dem Dorfplatz vor der Kirche. Keiner kann sich vorstellen, dass einer aus dem Dorfe diese Schandtat begangen hat.

Plötzlich erscheint der dorfbekannte Hirte Manuel mit einem Juttesack auf dem Platze und legt Mäntel und Kronen der Könige ganz ruhig auf den Brunnenrand. In ihrem Unmut wollen die Dorfbewohner den Hirten sofort einsperren lassen. Der Pfarrer jedoch möchte zuerst wissen, warum der Hirte Manuel solch ein Sakrileg beging.

Die Erklärung des Missetäters ruft allgemein Erstaunen und Beschämung hervor.