ES UNERWARTETS WIEHNACHTSCHIND

Ein ergreifendes Weihnachtsstück von Zdenko von Koschak in der Neubearbeitung von Ernst Jenni

Die Situation im Hause Stalder ist im Moment eher schwierig. Der Vater ist seit einigen Monaten rezessionsbedingt arbeitslos und die Mutter wartet ungeduldig auf einen medizinischen Laborbericht. Um ihren Mann damit nicht zu belasten, hat sie ihm die Sache verschwiegen.
Mit ihrer Tochter Heidi jedoch kann sie gut ihre Probleme besprechen und diese findet, man soll sich erst über Katastrophen aufregen, wenn sie – falls überhaupt – eintreffen.
Nun kommt Heidi aber selbst mit einer „Hiobsbotschaft“. Sie ist ungewollt schwanger geworden und ihr Freund Willi, der bereits aus erster Ehe zweifacher Vater ist, möchte, nach dem ersten Schock, das Kind nicht haben.
Heidi schickt Willi erzürnt weg. Sie will ihr Kind, wenn nicht mit ihm, dann halt mit den Grosseltern aufziehen. Vater Stalder findet, er hätte ja jetzt als Arbeitsloser genügend Zeit auf ein Kind aufzupassen und Willi würde er schon noch die Kappe waschen.
Die Weihnachtsstimmung lässt also auf sich warten.
Aber ausgerechnet am Heiligabend erfährt die Mutter, dass sie gesund ist und die Untersuchung negativ war. Zudem kommt Vaters alter Arbeitskollege und Freund Fritz zu Besuch mit einem Brief vom Chef, in dem steht, dass Karl wegen Abgangs eines Kollegen wieder eingestellt werden kann und zu guter Letzt taucht auch noch der Vater des Kindes mit einem Blumenstrauss auf. Nach reiflicher Überlegung hat er gemerkt, dass nicht Konsum und Karriere, sondern die Liebe das Wichtigste im Leben ist und ein Kind das grösste Geschenk.